Hohenwestedter Gesangverein von 1843 e.V.

 

Der Hohenwestedter Gesangverein von 1843 e. V. ist der zweitälteste Verein in Hohenwestedt. Die Gründungsakten und Protokolle von 1843 bis 1868 sind leider verschwunden, so dass diese Zeit aus den Notizen der späteren Zeit rekonstruiert werden musste.
Leider besteht die Gefahr, dass in einigen Jahrzehnten niemand diese Akten und Protokolle mehr lesen kann, weil bis ca. 1950 fast alles in deutscher Schrift (Sütterlin) geschrieben wurde. Deshalb habe wurde versucht, die wesentlichen Punkte der Vereinsgeschichte festzuhalten.

1843 Der Hohenwestedter Gesangverein wurde in einer Zeit politischer Unruhen gegründet, als Schleswig-Holstein um seine Loslösung aus dem dänischen Königreich rang. In diesem Freiheitskampf wurden überall in Schleswig-Holstein Turnerschaften, Schützengilden und Gesangvereine zur Wahrung des Deutschtums und der Heimatrechte gegründet. So ist wohl auch die Gründung des Hohenwestedter Gesangvereins eine Art der Opposition gegen das damalige Regime gewesen. Die Übungsabende fanden im Lokal „Im weißen Ross“ statt. Schon im Gründungsjahr nahm der Verein unter der Leitung des Elementarlehrers Callsen am Sängerfest in Kellinghusen teil. Zu diesem Sängerfest stifteten die jungen Mädchen des Ortes das Banner, das noch heute das Mittelfeld des alten Fahne ziert. Es wurde in Hamburg gestickt und den Sängern feierlich überreich von der Tochter der Familie Burmester.

1844 Im Sommer 1844 fand in Schleswig ein großes Sängerfest statt, an dem das Schleswig-Holstein-Lied zum ersten Mal erklang. Zu dieser Zeit hatte der Hohenwestedter Gesangverein bereits 32 aktive und 44 passive Mitglieder.

1846 Am 22. Juni 1846 fand das erste Sängerfest in Hohenwestedt auf der Wiese zwischen der Schlossmühle und dem Conradiring statt. Der im Museum ausgestellte farbige Steindruck, nach der Natur von G. A. Jacobsen gezeichnet, zeigt den Trubel dieses Volksfestes, welches noch ein böses Nachspiel haben sollte. Der königliche Amtmann von Rendsburg, Coßel, forderte den Kirchspielvogt, Axt, in einem Brief vom 5. Oktober 1846 auf, Bericht zu erstatten. Es sollten zwei Hefte mit den „verpönten Liedern an Schleswig-Holstein“ im Ort zirkuliert haben und vom Kirchspielvogt selber weitergegeben worden sein. Der Kirchspielvogt verwahrte sich gegen diese Unterstellungen und gab den „Klosterbürgern“ und den „markgräflichen Bürgern“ die Schuld. Er sei nur für den „königlichen“ Teil Hohenwestedts verantwortlich.

Nach einer Aufzeichnung D. Meyers bestand der Verein nur von 1843 bis 1848. Während der Selbstständigkeitskriege von 1848 bis 1850 kam der Männerchor zum Erliegen und es wurde von 1848 bis 168 gemeinsam mit dem gemischten Chor gesungen. Also muss es zu dieser Zeit schon einen gemischten Chor gegeben haben. Außerdem bestand damals auch ein Gesellenverein, in dem Meyer schon als 17-jähriger mitsang.  

1866 Nachdem Holstein 1866 preußische Provinz geworden war, wurde 1867 der seit 16 Jahren ruhende Gesangverein neu gegründet.

1868 Die im Oktober 1868 veröffentlichten Statuten besagen in der Präambel:

Zweck des Vereins ist die Vereinigung gesangsfähiger Kräfte Hohenwestedts und der Umgebung zu einer geschlossenen Gesellschaft, um durch regelmäßige Übungen und Vorträge sich im Männergesang auszubilden und mit dem musikalischen Genuss gesellige Freude zu vereinigen.

Die Übungen wurden in der Gastwirtschaft von Soll abgehalten. Die Zahl der Sänger stieg von anfangs 30 langsam an. Die älteste schriftliche Unterlage ist ein Aufruf zur Werbung passiver Mitglieder vom 7. Oktober 1868.

Das älteste Mitgliederverzeichnis besagt, dass zu Michaelis 1868 dem Verein 88 soziale Mitglieder und am 8. Oktober 1869 – 30 aktive und 77 soziale Mitglieder angehörten. 

1869 Das älteste erhaltene Protokoll des Gesangvereins datiert vom 14. Februar 1869 und überliefert die Zusammensetzung des Vorstandes. Die Digestion des Vereins bestand aus dem Vorsitzenden, Schriftführer, Kassierer, Archivar und dem Dirigenten.

1870 Der Vereinsbote erhielt 1870 Vergütungen:

1. für Ansagen der aktiven Mitglieder                                4 Groschen Courant

2. für Ansagen des ganzen Vereins                                   8 Groschen Courant

3. für das Einsammeln der Beiträge                                 12 Groschen Courant

In die Brüche-Casse musste zahlen, wer

zu spät zum Üben erschien                                                1 Groschen Courant

unentschuldigt fehlte                                                            2 Groschen Courant

1874 Am 5. Januar 1874 wurden als Vorstand des Hohenwestedter Gesangvereins gewählt:

H. Böge                  als Musikdirektor

Chr. Burmester          als wortführender Direktor

M. D. Kühl              als Secretair

L. Andersen            als Kassenmeister.

In diesem Protokoll sind auch die aktiven Mitglieder zum ersten Mal namentlich erwähnt. Es sind 20 aktive Mitglieder.  

1875 Am 16. August 1875 wurde beschlossen, dass die Liedertafel sich mit dem Verein „Erheiterung“ verbindet, sodass die Einnahmen in eine Kasse fließen und die Ausgaben daraus bezahlt werden.

Dann wurde es etwas undurchsichtig. An einer Stelle heißt es, der Verein ruht von 1875 bis 1880. An anderer Stelle wieder, der Landwirtschaftslehrer Schulz übernimmt 1876 die Leitung des Chores und die Burfeindsche Gastwirtschaft „Gartenlaube“ wird Übungslokal. Die Statuten besagten, dass wenigstens drei Gesellschaftsabende und diverse Vorträge durchzuführen sind.

1880 Am 12. Februar 1880 wird der „Sängerclub Hohenwestedt“ gegründet als Nachfolger der Liedertafel, die anscheinend seit 1875 geruht hat. Der Name erscheint nahtlos in „Hohenwestedter Gesangverein“ übergegangen zu sein, denn ein Programm eines Kirchen-Concerts am 25. Mai 1881 trägt den Namen „Hohenwestedter Gesangverein“.

Der Sängerclub wurde von 15 aktiven und 10 passiven Mitgliedern gegründet. Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender           Rentier M. Martens

Schriftführer            Dr. phil. A. Koch

Direction                 Lehrer Schulze.  

1882 Das Protokoll vom 11. Juni 1882 besagt, dass das bei der hiesigen Sparkasse niedergelegte Kapital nebst Zinsen, dem vormaligen Gesangverein gehörig, durch die zur Disposition berechtigten Herren Burmester, Meyer und Böge dem hiesigen Gesangverein mit dem heutigen Tage überwiesen wurde.

Daraus ist zu schließen, dass die Liedertafel sich auflöste und der Sängerclub sich umbenannte in „Hohenwestedter Gesangverein“.

1883 Die Mitgliederzahl stieg auf über 120 und am Sängerfest zum 40-jährigen Bestehen naehmen 18 Gesangvereine teil.

Die Einnahmen betrugen 2000 Goldmark und erbrachten einen Überschuss von 400 Goldmark, die zum Teil für wohltätige Zwecke verwendet wurden.

Der Erfolg des Hohenwestedter Gesangvereins an diesem Jubiläum gibt am besten der Bericht des damaligen Schriftführers Bevensee wieder. Darum sei er hier wörtlich zitiert:

„Es gibt wohl nicht viele Vereine, welche in der Zeit eines dreijährigen Bestehens so herrliche Blüten getrieben haben wie der unsrige. Nicht allein dass es unserm Verein gelungen ist, seiner Aufgabe, den Männergesang und eine wirklich echte deutsche Gemütlichkeit in seinem Kreise zu pflegen, in vollem Maße gerecht zu werden, nicht allein, dass es ihm vergönnt gewesen ist, seinen Mitgliedern aus Hohenwestedt und Umgegend genussreiche Stunden zu verschaffen, sondern unser Gesangverein hat ein Fest veranstaltet, welches ihm zu großer Ehre gereicht. Ein Sängerfest in unseren Mauern abzuhalten, dem an Großartigkeit kein anderes Fest hierorts an die Seite zu stellen ist. 500 Sänger zogen durch die mit nie gekannten Pracht geschmückten Straßen. Jede Hütte, jedes Haus war mit Fahnen und frischem Grün decoriert. Hunderte von Händen waren tagelang tätig gewesen, Hohenwestedt den Gästen zur Freude und Ehre zu schmücken. Es ist gelungen, Hohenwestedts Name wird in anerkennenden Worten nah und fern genannt und dem Gesangverein gebührt das Verdienst, die Sache in Anregung und glänzend zu Ende geführt zu haben. Unser Gesangverein, dessen Lebensfähigkeit vor nicht ganz langer Zeit angezweifelt wurde, hat sich dadurch nicht allein als lebensfähig, nein als lebensbringendes Institut bewiesen.“

Soweit der Originaltext.

1888 Im Januar 1888 wird von einem zu bildenden gemischten Chor gesprochen, der aber nicht weiter in Erscheinung tritt.

Am 8. Februar 1888 heißt es im Protokoll: Herr Emil Müller, erst kurze Zeit aktives Mitglied, fühlt sich veranlasst, dem Gesangverein 21 Liederbücher (1 Partitur und für jede Stimme 5 Bücher) zu überreic hen, weil, wie er behauptet, er so außerordentlich genussreiche Abende im Verein verlebt habe, welchem er durch seine Übersiedelung nach Plön leider aktiv nicht mehr angehören könne. Aufgrund dieser großzügigen Spende wird der Sangesbruder Müller am 15. Februar 1888 zum Ehrenmitglied ernannt. Für seine Verdienste um den Verein wird am 26. September 1888 der nach Kellinghusen verzogene langjährige Dirigent Schulz zum E Ehrenmitglied ernannt.

1892 Am 6. Januar 1892 wird der Hohenwestedter Gesangverein als Mitglied des niedersächsischen Sängerbundes eingetragen.

1893 An dem Sängerfest zum 50-jährigen Bestehen des Hohenwestedter Gesangvereins vom 22. bis 24. Juli 1893 nahmen von 63 eingeladenen Vereinen 15 Chöre teil. Die Absage so vieler Vereine hängt wohl auch mit den Verkehrsbedingungen zusammen. Es wurden Chöre eingeladen von Altona bis Kiel und von Eckernförde bis Wesselburen. Daraus muss man annehmen, dass der Besuch eines Sängerfestes über mehrere Tage ging, und dass dem Hohenwestedter Gesangverein fast jede Woche eine neue Einladung zu einem Sängerfest vorlag, die auch zum größten Teil abgelehnt wurden.

Auf diesem Sängerfest wurde auch die Fahne gestiftet und das bereits vorhandene Banner in das Mittelfeld eingefügt, nachdem das Banner vom Fahnenmaler Holm aus Schenefeld vollständig renoviert wurde.

1894 Auf der Generalversammlung am 29. April1894 wird bemängelt, „dass es dem Gesangverein im Allgemeinen am Präzisität in bezug auf rechtzeitiges Erscheinen und Beteiligung der Sänger bei den wöchentlichen Übungen fehle“.

Im Sommer 1894 plante man ein Sommervergnügen. Es wurde vorgeschlagen, eine Bahnfahrt nach Friedrichsruh zum Altreichskanzler von Bismarck zu machen. Andere Vorschläge hatten folgende Ziele: Kiel, Plön und Möreler Gehege. Schließlich wurde daraus ein Ausflug nach Ludwigslust bei Vaasbüttel.

1895 Durch vereinsinterne Differenzen kam es zu einer Spaltung des Vereins. Der langjährige Dirigent, Lehrer Schweim, legte am 6. Januar 1895 sein Amt als Dirigent nieder, weil die Sänger die Übungsabende so unregelmäßig besuchten. Organist Bevensee, dem noch ein warmes Herz für die Waisenknaben des Hohenwestedter Gesangvereins schlug, übernahme das Amt des Dirigenten. Trotz der Querelen und der Abspaltung des Unzufriedenen konnte der Verein die Zahl seiner aktiven Sänger von 17 auf 26 steigern. 26 Interessenten gründeten am 5. September 1895 einen neuen Verein und nannten ihn „Liedertafel Concordia“. Das Statut enthielt 12 Paragraphen und wurde am 8. September 1895 vom Amtsvorsteher Hinrichsen in Hohenwestedt polizeilich genehmigt. Am 18. Dezember 1895 waren bereits 86 Mitglieder des Concordia eingetragen, allerdings ohne Hinweis ob aktiv oder passiv. Viele der ehemaligen Mitglieder des Hohenwestedter Gesangvereins finden wir jetzt im Vorstand des Concordia wieder, so

L. Andersen            als Präsident

Schweim                 als Dirigent

Paul Oder               als Schriftführer

J. Ostermann          als Kassierer.  

1896 Im Protokoll der Liedertafel Concordia vom 25. Januar 1896 heißt es: „Als Lokal wurde das des Sangesbruders Oder gewählt; derselbe verpflichtet sich, an diesem Abend ausnahmsweise Speisen und Getränke zu ermäßigten Preise zu verabreichen. Als Vereinsbote wurde nach Abgang des bisherigen Johann Eggers von hier gewählt.“

Es war ihm von den 43ern auferlegt worden, sich von einem Verein zu trennen.

1897 Das Kreissängerfest 1897 wurde am 20. Juni 1897 von der Concordia in Hohenwestedt ausgerichtet. Hierzu wurden am 11. Januar 1897 aus dem Kreis Rendsburg 20 Vereine und 14 Vereine außerhalb des Kreises Rendsburg eingeladen. Am 23. Januar 1897, nur 12 Tage später, wurden noch weitere 17 Vereine eingeladen. Wie viel der eingeladenen 51 Vereine wirklich erschienen sind, ist leider nicht mehr festzustellen. Der Hohenwestedter Gesangverein von 1843 jedenfalls lehnte mit 21:4 Stimmen die Mitwirkung am Kreissängerfest ab und beschloss zugleich, aus dem Kreissängerbund des Kreises Rendsburg auszutreten. Daraus sehen wir, wie tief der Graben zwischen den beiden Vereinen gewesen sein muss. In diesem Jahr 1897 befasst sich die Liedertafel Concordia mit der Beschaffung einer Fahne. Diese wird nach langen Beratungen bei der „Mündener Fahnenfabrik“ in Auftrag gegeben.

1898 Auf einer Veranstaltung der hiesigen Militärvereine am 24. März 1898 zur 50-jährigen Jubiläumsfeier der Erhebung Schleswig-Holsteins treten der Gesangverein von 1843 und die Liedertafel Concordia gemeinsam auf und singen unter jedem Chorleiter je zwei Lieder. Durch das gemeinsame Auftreten der beiden Chöre wurde die freundschaftliche Beziehung zwischen den Dirigenten und den Sängern wiederhergestellt.

Die erste von dem Hohenwestedter Gesangverein und der Liedertafel  Concordia gemeinsam getragene Veranstaltung findet am 27. Dezember 1898 als Wintervergnügen statt.

1899 Wegen nicht anständigen Benehmens auf dem Wintervergnügen werden 5 junge Mitglieder aus dem Verein der 43er am 17. Dezember 1899 ausgeschlossen.  

1900 Am 9. Juni 1900 wurde die gesangliche Vereinigung der beiden Vereine beschlossen. Die Übungen haben abwechselnd in beiden Vereinslokalen stattzufinden.

Dieser Beschluss scheint aber keine Realität geworden zu sein. Er scheint sich nur auf gemeinsame Veranstaltungen zu beziehen, nicht aber auf gemeinsame Auftritte.

Im Oktober 1901 legt der Dirigent der 43er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und Musikdirektor Warnke aus Itzehoe wird neuer Chorleiter.

1901 Beide Chöre singen gemeinsam auf dem Commersabend zum Unterverbandstag des Kredit- und Vorschussvereins in Nordwestdeutschland am 12. Juni 1901 in Hohenwestedt.

Keine drei Wochen später gibt es Streit in der Concordia, Dirigent Schweim legt sein Amt nieder und Sangesbruder Hein wird sein Nachfolger. Sangesbruder Schnohr wird Präsident an Stelle von L. Andersen. Sangesbruder Jargstorf steill den Antrag, den 43ern die Hand zu bieten und zusammen zu singen, zieht jedoch nach einer Debatte seinen Antrag wieder zurück.

Es hatten wohl beide Vereine sehr große Schwierigkeiten, denn auch von den 43ern sind Sorgen überliefert. So heißt es im Jahresbericht des Hohenwestedter Gesangvereins von 1843, man habe den Zusammenbruch des Vereins in diesem Jahr des öfteren vor Augen gehabt.

Trotzdem wurden  die traditionellen Veranstaltungen durchgeführt. Am Himmelfahrtsmorgen 1901 wurde für 4 Uhr eine Fußtour über Vaasbüttel nach Tappendorf angesetzt. Das Wetter war herrlich und verlief die Tour in fidelster Stimmung. Der Gesangverein war früher sehr früh! So wurde ein Pfingstausflug um 4 Uhr gestartet ins Möreler Gehege. Um 9 Uhr war man zum Frühstück wieder in Hohenwestedt zurück. Zur goldenen Hochzeit eines Ehrenmitgliedes wurde morgens zwischen 7 Uhr und 8 Uhr schon ein Ständchen gebracht.

1903 Die Vereinigung der Liedertafel Concordia und des Hohenwestedter Gesangvereins von 1843 findet 1903 unter dem Namen „Vereinigte Gesangvereine von Hohenwestedt“ statt. Auf der letzten Versammlung der Concordia beschlossen die anwesenden 13 Mitglieder einstimmig die Vereinigung mit den 43ern. Dazu schreibt der Schriftführer Paul Oder in sein Protokoll folgendes:

MOTTO: Das Alte stürzt, das Neue bricht sich Bahn.

Lange munkelt es schon; der Vorsitzende hat schon längere Zeit vorher seine Fühlhörner ausgestreckt: Concordia soll sich mit den 43ern vereinigen!

Nach einigen Auseinandersetzungen  wurde schriftlich abgestimmt.

Alle stimmten mit „Ja“!

Somit steht von Seiten der Concordia einer Vereinigung nichts mehr im Wege. Die 43er werden morgen Abend darüber beschließen. Trotzdem alle mit „Ja“ gestimmt haben, herrscht gedrückte Stimmung unter den Sängern, den lieb gewordenen Verein auffliegen zu sehen.

Schließlich sei der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die in Aussicht stehende Vereinigung das deutsche Lied hoch und hehr halten möge.

Der Gesangverein von 1843 beschließt am 25. November 1903 die Vereinigung der beiden Vereine, und dass die beiden Fahnen weiter geführt werden.

1904 Die erste Wintervergnügen der „Vereinigten Gesangvereine von Hohenwestedt“ findet am 12. Januar 1904 im Lokal des Sangesbruders Oder statt. Weil die Vereinszeichen noch nicht gleichmäßig sind, soll das des Niedersächsischen Sängerbundes angelegt werden. Die Musik wird von der Hohenwestedter Kapelle bei der Orchesterbesetzung von 9 Mann ausgeführt. Am 30. Januar 1904 werden die vom Vorstand ausgearbeiteten neuen Statuten angenommen. Von jetzt ab heißt der Verein „Hohenwestedter Gesangverein“. Dieser Name wurde ja früher auch schon von dem Verein geführt. Zum Jahresschluss 1904 waren im Hohenwestedter Gesangverein bereits 184 Mitglieder aktiv und passiv verzeichnet. Eine getrennte Auflistung der aktiven und passiven Mitglieder war damals scheinbar noch nicht üblich, weil die Beiträge auch wohl gleich waren.

1907 In der Generalversammlung am 17.April 1907 wird die Gründung eines gemischten Chores abgelehnt, allerdings heißt es im Jahresbericht von 1911: „Vom gemischten Chor wurden auch einige Lieder vorgetragen.“

1910 Es wurde auch am 27. Juli 1910 der Vorschlag abgelehnt, einen kleinen Sängerbund an der Westbahn zu gründen. Am 11. Dezember 1910 wurde die „Arbeitsgemeinschaft der Gesangvereine an der Westbahn, Kreis Rendsburg“ trotz der Hohenwestedter Ablehnung gegründet.

1912 Dafür tritt der Hohenwestedter Gesangverein 1912 dem neu gegründeten „Städte-Sängerbund“ bei, dem außer Hohenwestedt noch die Gesangvereine von Neumünster, Segeberg, Plön, Nortorf, Innien und Bordesholm angehören. Die beiden Fahnen der ehemaligen Fahne werden zu einer Fahne vereinigt. Diese Arbeit wurde von der Fahnenfabrik Triebian in Hannoversch-Münden für 80 Mark zur Zufriedenheit ausgeführt. Zum Jahresschluss 1912 bestand der Verein aus 169 Mitgliedern, von denen 39 aktiv waren. So konnte man es sich auch leisten folgenden Beschluss zu fassen: „ Zur Aufnahme als Mitglied hatte sich der Kaufmann Gustav Damann, hier, gemeldet. Die Abstimmung ergab mit 10 Stimmen mit ja und 9 mit nein, ist somit abgelehnt.“  

1913 Die erste humoristische Veranstaltung war am Fastnachtsmontag (Rosenmontag) 1913 nur für Sänger und ihre Damen.

Zum 70jährigen Stiftungsfest fand 1913 ein kleines Sängerfest statt, zu dem nur ca. 25 Chöre eingeladen worden sollten.

Am 6. Mai 1913 wurde der Amtsvorsteher Lahann zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1914 Seit Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 ruhen die regelmäßigen Gesangsübungen. Am 30. September 1914 wurde beschlossen, jedem im Feld stehenden Sangesbruder wöchentlich einen Feldpostbrief und 5 Zigarren zum Preise von 45 Pfg. vorläufig auf 4 Wochen zu senden. Zwei Wohltätigkeitsfeste zu Gunsten der Angehörigen der Kriegsteilnehmer erbrachten  nach Abzug der Unkosten

am 25. Oktober 1914   M 252,60 und

am 28. Februar 1915          M 309,70.

1915 Ein Wohltätigkeitskonzert am 30. November 1915 unter Mitwirkung der Musikkapelle des Infanterie-Regiments 85 aus Neumünster brachte eine Nettoeinnahme von M 567,50 zu Gunsten der Hohenwestedter Kriegshilfe. In diesem Jahr wird auch ein Album zur Aufbewahrung der Feldpostkarten angeschafft, welches sich im Museum befindet.

1918 Im Winter 1917/18 wurde noch ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der Hohenwestedter Kriegshilfe veranstaltet, welches M 1.240,10 an Einnahmen erbrachte.

1920 Erst im Februar 1920, als der frühere Chormeister Bachmann nach längerer Gefangenschaft im Orient heimgekehrt ist, wird der regelmäßige Übungsbetrieb wieder aufgenommen. Auf der Himmelfahrtstour ins Gehölz Bredenhop wurde in Tappendorf Rast gemacht, wo ein Imbiss von herrlichem Kuchen und richtigem Kaffee geboten wurde.

Es taucht auch immer wieder mal ein Hinweis auf, dass es in Hohenwestedt mehr Gesangvereine gegeben haben muss. Am 9. November 1920 lag eine Einladung vom hiesigen Damenchor zu ihrem Fest, welches Ende Januar 1921 stattfinden soll, vor. Die Einladung wird angenommen.

1922 So wurde auch am 23. und 24. September 1922 an der Fahnenweihe des Arbeiter-Gesangvereins „Eintracht“ teilgenommen.

Über diese Vereine liegen heute scheinbar keinen Aufzeichnungen vor. Auch scheint die Fahne der „Eintracht“ verloren gegangen zu sein.  

1923 Zum 80jährigen Jubiläum, zu dem auch ein gemischter Chor Hohenwestedt eingeladen war, fanden ein Sängerfest im Park und abends 2 Sängerbälle in den Gastwirtschaften Kasch und Oder statt. Die Eintrittspreise betrugen für das Konzert im Park 1000,00 Mark und für den Ball 3000,00 Mark für Damen und 5000,00 Mark für Herren. Das Stiftungsfest brachte einen Nettoüberschuss von 2.011.445,00 Mark.  Die Ansprachen wurden in markigen Worten an die Gäste gerichtet. Einen ausführlichen Bericht über die Feier des 80jährigen Stiftungsfestes am 1. Juli 1923 hat der damalige Schriftführer Heinrich Breese verfasst.

Der Verein scheint jetzt, vom wachsenden Heimatbewusstsein getragen, einen Aufschwung zu nehmen. Am 7. August 1923 kommt der langjährige Chormeister Bachmann zurück und übernimmt wieder die musikalische Leitung. Allerdings muss er schon am 15. November 1923 „wiederum der Not gehorchend unser deutsches Vaterland“ verlassen.

Im Jahresbericht 1923/1924 heiß es: „Wohl das schwerste von allen von unserm Verein durchlebten Geschäftsjahre dürfte hinter uns liegen. Obgleich die Not bis aufs Höchste gestiegen, gelang es dennoch, hindurchzukommen und die Übungsabende, allerdings in veränderter Weise, aufrecht zu erhalten. Wenngleich unser Verein während des größten Teils des abgelaufenen Jahres noch sehr unter dem Druck der Geldentwertung zu leiden hatte, so dürfen wir erleichtert aufatmen und hoffen, das Schlimmste überstanden zu haben.“

Vom April bis November 1923 betrugen die Einnahmen des Vereins im Papiermark 3.778.051.360.977,60 und die Ausgaben in Papiermark 3.728.915.671.995,00 , sodass ein Kassenbestand von Papiermark 49.135.688.982,60 vorhanden war.

1924 Ab Januar 1924 konnte der Kassierer dank der inzwischen eingetretenen Wertbeständigkeit der Währung einen neuen Abschnitt seiner Kassengeschäfte beginnen.

Über die Not, die 1923 herrschte, hat Heinrich Breese 1926 rückblickend folgendes geschrieben:

Nachtrag zum Jahresbericht 1923/4:

Kannst du, lieber Sangesbruder, der du den Bericht obigen Jahrgangs aufmerksam durchliest, dir heute, wo Schreiber dieses und alle zeitlich mit ihm das deutsche Lied pflegende Sangesbrüder wie ein Mann zusammenstanden, eine Vorstellung von  den Nöten und Sorgen unserer Zeit machen? Nein ...

So höre und schenke mir für einen Augenblick deine Aufmerksamkeit. Wie dir der Bericht erzählt, war unser Verein gezwungen, seine Übungsabende in die Landwirtschafts- bzw. in die Volksschule zu verlegen.

Ja, warum denn? So wirst du fragen, worauf ich dir folgendes zu sagen habe: Wenige oder keiner waren durch die Entwertung des Geldes in der Lage, sich nur ein Glas Bier oder eine Zigarre zu kaufen, so dass dem Sangesbruder Ad. Boye, unserm derzeitigen Sangesvater nicht zugemutet werden konnte, Heizung und Beleuchtung auf seine Kosten bereit zu stellen.

Aber auch diese Abwanderung aus unserm langjährigen Sängerheim konnte uns nicht lange gefallen, mussten wir doch auch dort z. T. noch die Beleuchtung bezahlen und mit trockenen Kehlen das deutsche Lied pflegen.

Wer hängt aber nicht an seinem Heim? Ich glaube ein jeder, der dort Behaglichkeit findet, und so konnte unsere Rückwanderung nicht lange auf sich warten lassen.

Aber wie sah diese aus? Noch immer sank unsere Währung und der Dollar stieg ins Unermessliche, ohne uns, die wir treu zum deutschen Lied standen dies zu nehmen, sollte es doch den Ansporn mitgeben zum Aufstieg unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Der Beschluss zur Rückkehr war gefasst, jedoch mit der Einschränkung, dass im Gesangslokal auch nicht ein einziges Glas Bier oder sonstige Getränke verabfolgt werden durfte.

Ein warmes Zimmer? Uns solches bereit zu stellen war unser Sangesvater nicht in der Lage, so dass auch hier der Einzelne helfend eingreifen musste, wodurch ein Beschluss herbeigeführt werden musste, nach welchem jeder Sänger ein Brikett oder ein Stück Holz zum Erwärmen des Lokals mitbringen sollte.

Kannst du, lieber Sangesbruder, dir nun eine Vorstellung davon machen, siehst du mich und alle Sangesbrüder im Geiste mit der Feuerung das Lokal betreten?

Aber glaube deshalb nicht, dass der Humor nicht auf seine Rechnung kam, im Gegenteil, trotz Not und Elend kam er zu seinem Recht durchs deutsche Lied.

Hohenwestedt, den 26. Nov. 1926                      Heinrich Breese

Dieser Bericht scheint mir der wörtlichen Wiedergabe wert.  

1924 Am 22. Juni 1924 findet wieder ein Sängerfest in Hohenwestedt statt. Der Niedersächsische Sängerbund veranstaltet hier seinen 60. Sängertag. „Nach kurzen Verhandlungen mit Herrn Otto Fick, hier, stellt dieser auf Wunsch des Vereins seine Maschinenhalle gegen eine Entschädigung von M 200,00 zur Verfügung. Dagegen verpflichtet sich der Verein, die Halle zu räumen und nach Erledigung des Festes wieder einzuräumen und für die Bewachung der draußen stehenden Maschinen zu sorgen.“

Der vorgesehene Umzug wurde vom Regierungspräsidenten verboten. So ist es am 31. Mai 1924 protokolliert. Trotzdem wurde am 5. Juni die Marschroute des Festzuges vom Vorstand festgelegt. Scheinbar wurde das Verbot kurzfristig wieder aufgehoben oder einfach umgangen.

Über diesen Sängertag hat Heinrich Breese auch einen ausführlichen Bericht verfasst. Besonders schildert der den Auftritt eines alten Sängers während der Festtafel.

„Nachdem während des Essens unser Vors. C. Lucht sowie der Bundessprecher Herr Dettmann einige Worte des Dankes gesprochen, erhob sich ein alter Schleswig-Holsteiner mit dem Hinweis auf eine ergreifende Jubiläumsfeier.

Er führte folgendes aus: Nur noch 48 Stunden trennen uns von dem Geburtstag des alten Schleswig-Holstein-Liedes.

Am 24. Juni 1844 habe dieses Lied das Licht der Welt erblickt, sei also somit 80 Jahre alt, ein Greis, welcher aber ewig jung geblieben. Er selbst, Redner habe in seiner Kindheit 1864 – 66 die Drangsal durch die Dänen miterlebt, wo das Singes des Liedes bei Prügelstrafe verboten war. Erst abends, aber ganz leise sei man unter den Tisch gekrochen und habe hier das Lied gesummt, um ja keinen etwa draußen unter dem Fenster horchenden Spion in die Hände zu fallen.

Erst nach der Befreiung vom Dänenjoch habe das Lied zur vollen Geltung gelangen können.

Feuchten Auges schloss dieser bieder Schleswig-Holsteiner seine Ausführungen mit der Bitte, zur Ehrung des Liedes den ersten Vers zu singen.

Jedoch mit der vortrefflichen Begleitung der anwesenden Kapelle wurde nicht nur ein Vers, sondern alle drei gesungen. Wie leuchteten da die Augen dieses lieben Alten, als er lachenden Mundes mit einfiel, um nach Überwindung seiner Rührung den dritten Vers mitzusingen.

Wünschen wir dem Liede seien 100. Geburtstag in besseren Zeiten.“

So haben wir dem ehemaligen Schriftführer Heinrich Breese einige gute Beschreibungen der damaligen Umstände und auch der Mentalität der Menschen zu verdanken.

Leider fiel der 100. Geburtstag des Liedes in eine noch schrecklichere Zeit, dem zweiten Weltkrieg.

1925 Der Hohenwestedter Gesangverein ist im April 1925 wieder dem Kreissängerbund Rendsburg beigetreten.

1928 Als trauriges Zeichen der Zeit wurde 1928 ein Durchschnittsalter von 48,61 Jahren ermittelt, woraus sich ergibt, dass der Verein seinem Ableben entgegensieht, wenn es nicht rechtzeitig gelingt, jungen Nachwuchs heranzubringen.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage muss in diesem Jahr auf ein zweites Wintervergnügen verzichtet werden.

1929 Am 28. Februar 1929 hielt der Vorsitzende H. W. Sierck folgende Rede:

„Meine Herren! Liebe Sangesbrüder!

Eine große Ehrung ist unserm Verein zuteil geworden, die sicher in jedem Sängerherzen hier in unserm Kreis tiefgehende Freude auslösen wird. Diese Ehrung und diese Freude verdanken wir unserm Sangesbruder Herrn Amtsvorsteher Kühl, dem es trotz mancher Schwierigkeiten, aber bei zäher Verfolgung des Ziels gelungen ist, für unsern Verein die Denkmünze vom 10. Deutschen Sängerfest in Wien 1928 zu sichern. Ich übergebe hiermit dieses Zeichen deutscher Sangesbrüderlichkeit in den Besitz des Vereins. Dankerfüllt aber rufen wir, liebe Sangesbrüder, dem Urheber dieser Spende, unserm Sangesbruder, Herrn Kühl, ein dreifaches Heil zu Heil, Heil, Heil.“  

Im Juni 1929 war wieder ein großer Tag für die Hohenwestedter Sänger. Am 29. und 30. Juni fand das 23. Kreissängerfest hier statt. Solche Sängerfeste begannen immer mit einem Kommersabend am ersten Tag und setzten sich am nächsten Tag mit dem Weckruf, der Delegiertentagung, dem Festumzug, dem Konzert im Park und dem Festball auf mindestens zwei Sälen fort.

So war für solche Feste viel Organisationsarbeit zu leisten. Es wurden jedes Mal bis zu sieben Ausschüsse gewählt.

1.  Der Finanzausschuss war für die Beschaffung der Karen und der Plakate, sowie für die Heranziehung der Hilfskräfte und deren Vergütung und die Schlussabrechnung verantwortlich.

2.Der Presseausschuss hatte über den Stand der Vorbereitungen in der Presse zu berichten und die erforderlichen Anzeigen im „Rendsburger Tageblatt“ und in der „Mittelholsteinischen Zeitung“ Hohenwestedt aufzugeben.

3.Der Wohnungsausschuss musste für die von auswärts angereisten Teilnehmer die gewünschten Quartiere besorgen.

4. Der Ausschmückungsausschuss hatte auf die Einwohnerschaft einzuwirken, dass an geeigneten Stellen im Ort Ehrenpforten errichtet werden, nach Bedarf Busch und Laub heranzuschaffen und für die Ausschmückung der Festlokale Sorge zu tragen.

5. Der Musikausschuss musste die Musikkapelle engagieren, das Musikprogramm für den Kommersabend und das Konzert festlegen und die Aufstellung des Festzuges regeln.

6. Der Empfangsausschuss hatte die auswärtigen Vereine in Empfang zu nehmen und in das Standquartier zu führen.

7. Der Bauausschuss hatte mit dem Ausschmückungsausschuss eine Ehrenpforte bei Kirchspielhaus zu errichten. Ferner hatte er für das Podium im Park und für genügend Sitzmöglichkeiten zu sorgen.

1930 Der langjährige Vorsitzende H. W. Sierck legte am 15. Juli 1930 ohne Angabe von Gründen sein Amt als Vorsitzender des Vereins nieder. In der außerordentlichen Generalversammlung am 7. August 1930 begründet er diesen Schritt mit Arbeitsüberlastung. Er wird aber in dieser Versammlung einstimmig zum Wortführer im Verein ernannt.

Die Zeiten werden immer schwieriger und der Abstieg des Vereins beginnt. Im Jahresbericht 1930/31 ist über eine Umfrage folgendes nachzulesen:

„Leider war der Besuch unserer Übungsabende im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr mangelhaft, wodurch es notwendig wurde, einmal den Gründen, welche die Sangesbrüder bestimmt, fernzubleiben, nachzuspüren.  

Mehrere Rücksprachen mit solchen Mitgliedern ergeben immer dasselbe Bild, indem in den überwiegenden Fällen die Liedauswahl als nicht den Wünschen entsprechend hingestellt wird.

Mir vergeht die Lust am Gesang, erklärt ein sonst fleißiges Mitglied, wenn wir immer nur die einfachen Volkslieder singen. Wir müssen nicht nur Klagelieder singen, sagt ein anderer. Ein reichhaltiger Schatz guter Lieder liegt müßig in unserm Schrank, erklärt ein Dritter und so lassen sich viele derartige Auslassungen zitieren.“  

1931 Eine außerordentliche Generalversammlung am 13. August 1931 muss über den Fortbestand des Vereins entscheiden. „Die Not der Zeit zwang den Vorstand am 12. d. M. in eine Beratung darüber einzutreten, ob es möglich ist, unsere regelmäßigen Gesangsübungen wieder aufzunehmen. Hierüber soll heute Abend Beschluss gefasst werden.

Eine namentliche Abstimmung bei gleichzeitiger Verpflichtung, die Übungsabende regelmäßig zu besuchen, ergibt, dass trotz der bestehenden Not der Verein in alter Form aufrechterhalten werden soll."

Dann legt auch der Chormeister Kruse sein Amt nieder, will aber doch als aktiver Sänger dem Verein die Treue halten.

1932 Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich immer mehr wie der Jahresbericht 1931/32 zeigt:

„An der Schwelle des neues Geschäftsjahres stehen wir immer noch im Zeichen der Not und des Elends, infolgedessen der Besuch der Übungsabende sehr mangelhaft war. Mancher unserer Sangesbrüder denkt mit Wehmut an den Donnerstag, kann sich aber wegen der bedrückenden Lage den Besuch der Übungen nicht gönnen.“

Der Not gehorchend musste man sich umstellen. Es wurde ein Damenchor ins Leben gerufen, mit dem der Männerchor als gemischter Chor gemeinsam sang, weil er allein nicht singfähig war.

Schon im Jahresbericht 1932/33 heißt es:

„Den größten Erfolg hatten wir wohl auf unserem Wintervergnügen zu verzeichnen durch die Aufführung der Wolgalieder und der, von unserm Dirigenten zusammengestellten Marsch- und Wanderlieder. Hieraus können wir die Folgerung ziehen, dass unsere Umstellung auf gemischten Chor kein Fehlschlag war und diese immer dann angebracht ist, solange das vorhandene Stimmenmaterial  für Männerchor nicht ausreicht.“  

1933 Durch zunehmendem Einfluss des NS-Staates veränderte sich der Vereinsleben. Der Vorsitzende heißt jetzt Vereinsführer und der Vorstand jetzt Beirat. Der Vereinsführer und die Mitglieder werden nicht mehr gewählt, sondern ernannt Es werden auch keine Beschlüsse mehr gefasst, sondern der Vereinsführer ordnet an. Auf der letzten Vorstandssitzung am 4. Januar 1934 werden noch folgende Beschlüsse gefasst:

Auf Grund der heute stattgefundenen Verhandlung des Vorstandes verordnet derselbe für das fernere Bestehen des Vereins folgendes:

  1. Der H. G. von 1943 wurde von sangesfreudigen Männern zur Pflege des deutschen Volksliedes gegründet und in der langen Reihe von Jahren als Männerchor geführt. Hieran ändert auch nichts, dass von Zeit zu Zeit und hauptsächlich in Jahren des Niederganges Damen hinzugezogen wurden, um durch gemischte Chöre den völligen Niedergang des Vereins zu verhindern.

    Der derzeitige Vorstand hält sich deshalb verpflichtet, die althergebrachte  Weise aufrecht zu halten.

    Aus diesen Gründen ordnet der Vorstand deshalb an, dass der H. G. von 1843 auch in Zukunft die Pflegestätte des Männergesanges sein soll, in welcher, unserm großen Führer folgend, hauptsächlich des deutsche Volkslied gepflegt werden soll.“

    Der Kreissängerbund Rendsburg wurde aufgelöst und der Hohenwestedter Gesangverein von 1843 ist verpflichtet, dem „Kampfbund für Deutsche Kultur“ beizutreten. In seinem Jahresbericht auf der Generalversammlung am 26. April 1934 sagt der Schriftführer:

    „Anfang Februar bestimmte der Vereinsführer die Mitgliedschaft des Gesangvereins beim „Kampfbund für Deutsche Kultur“, durch dessen Mitgliedschaft  für den Gesangverein der Vorteil sein sollte, sangesfrohe Volksgenossen in größerer Zahl zu bekommen und aus dem Gesangverein nach und nach einen Volkschor entstehen zu lassen. Leider ist bis zum heutigen Tage auch nicht ein einziger neuer Sänger hinzugekommen.“

    Wie alle Vereine, so erlebte auch der Gesangverein keinen Zuwachs an neuen Sängern, da fast alles an NSDAP-Formationen zuwanderte.

1935 9. November 1935 fand in der Gastwirtschaft Oder ein Konzertabend statt, der nur schwach besucht war. So wurde am nächsten Tag vom Schriftführer Oswald Schramm festgehalten. „Aus dieser Veranlassung heraus ist es wohl ebenso gut wie recht, wenn der Gesangverein von öffentlichen Darbietungen vorläufig Abstand nehmen muss.“

Entsprechend negativ liest sich auch der Tätigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 1935/36:

„Wenn man die Jahresberichte der letzten 8 Jahre durchliest und mit dem heutigen Tätigkeitsbericht vergleicht, so kann man nur ein langsames aber sicheres Bergab feststellen.

Wir sind doch augenblicklich so weit gekommen, dass wir jede gesangliche Darbietung ablehnen müssen mit dem Vermerk, wegen Mangel an Stimmenmaterial nicht möglich.

Hatten wir vor Jahren noch gehofft, den Gesangverein wieder aufleben lassen zu können, so scheint auch diese letzte Hoffnung bald umsonst gewesen zu sein.“

1936 Auch auf der Generalversammlung am 2. April 1936 wird folgendes protokolliert:

„Zu diesem Punkt gibt der Vereinsführer bekannt, dass der Dirigent ab jetzt nur noch kommen wird, wenn es die Sänger mit der Einhaltung der Übungsabende ehrlich meinen. Wenn der Dirigent in Wind und Wetter ganz von Osterstedt per Rad kommt zum Dirigieren, dann sollten diejenigen Sänger, welche hier noch dazu am Orte wohnen und unregelmäßig zum Singen kommen, sich daran ein Beispiel nehmen. Es ist betrübend, dass es noch Sänger gibt, die das, was sie vom Dirigenten verlangen, nämlich Regelmäßigkeit, nicht einmal selbst besitzen.

Aus diesem Grunde ordnet der Vereinsleiter eine offene ungezwungene Aussprache betreffs Fortbestehen des Vereins an. Nach ¾ Std. Dauer wird beschlossen, vorläufig zu versuchen, den Verein weiter am Leben zu erhalten.

Währenddessen wird der Vereinsleiter sich an die maßgebende Stelle wenden, um zu erwirken, dass sämtliche Organisationen mindestens einmal monatlich zusammen einen Singabend abhalten in Form eines Dienstabends. An diesem Abend sollen dann Kampf- und Volkslieder gemeinsam gesungen werden. Somit wäre es im Rahmen der Möglichkeit, dass später der eine oder der andere über diesen Singeabend auch den Weg zu uns im Gesangverein findet. Es ist hiermit evtl. eine Quelle, dann, um mal neue Sänger zu bekommen. Diese ist nämlich sehr von Bedeutung, da der Verein ja schon an der länger sichtbaren Veralterung evtl. einmal zu Grunde gehen muss!“

1937 Am 4. März 1937 findet eine außerordentliche Generalversammlung statt, auf der über das „Sein und Nichtsein“ des Gesangvereins beraten wird. Es wird beschlossen, den Verein vorläufig ruhen zu lassen. Nach einigen Zusammenkünften in den Jahren 1937 und 1938, die aber alle hoffnungslos verliefen, wurde am 15. Dezember endgültig beschlossen, den Verein bis auf weiteres ruhen zu lassen.

1948 Während der Ruhezeit des Vereins vom 1937 bis 1948 war das letzte Protokollbuch von H. W. Sierck im Heimatmuseum verwahrt. Nach einer schriftlichen Erlaubnis des englischen Kommandanten konnten auch noch die Liederbücher und Notenblätter aus dem Gerümpel auf dem Boden der Landwirtschaftsschule geborgen werden und im Heimatmuseum sichergestellt werden. Die Fahne blieb allerdings verschwunden. Man hatte sie schon abgeschrieben, als sie im Herbst 1948 im Heimatmuseum wieder entdeckt wurde.

Erste Versuche, den Verein wieder zu beleben, scheiterten im Frühjahr und Sommer 1947.

Am 9. April 1948 trafen sich wieder 17 teils alte, teils neue Interessenten zur Neugründung des Vereins. Vorsitzender wurde Hans Stange, der sich besonders um die Wiederbelebung verdient gemacht hatte. Bereits 2 Wochen später hatte der Verein schon 30 aktive und 42 passive Mitglieder. Am 7. Oktober 1948 war der Verein bereits 53 aktive und 93 passive Mitglieder stark. Schon 8 Monate nach der Neugründung ist im Protokoll vom 9. Dezember 1948 zu lesen:

„Auf Anregung des Dirigenten sollen zunächst keine aktiven Mitglieder mehr aufgenommen werden.“

Dieser Beschluss wird auf der Generalversammlung am 27. Januar 1949 bestätigt. Gleichzeitig wird beschlossen, für unentschuldigtes Fehlen DM 0,20 Strafe zu kassieren.

Am 17. Juni wird der frühere Vorsitzende und Vereinssprecher H. W. Sierck zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Urkunde wurde ihm erst einige Wochen später überreicht und befindet sich heute im Heimatmuseum.

Das Durchschnittsalter der Sänger betrug 42 Jahre.

Gleich nach der Neugründung war der Verein dem „Deutschen Allgemeinen Sängerbund“ beigetreten. Jetzt wurde der Austritt aus diesem und der Eintritt in den „Sängerbund Schleswig-Holstein“ einstimmig gebilligt.

Die Pünktlichkeit der Sänger wird öfter bemängelt.

1950 Es wurde zuerst im Kirchspielhaus“ gesungen. Während des Sommers 1950 fanden die Singabende im „Parkrestaurant“ und von Ende September bis Anfang Dezember im „Bahnhofshotel“ statt, ehe man reuevoll in das alte Vereinslokal „Kirchspielhaus“ zurückkehrte, wo man schon über 50 Jahre gesungen hatte.

1951 Am 18. September 1951 wurde in einer Besprechung des Vorstandes und des Liederrates die Gründung eines gemischten Chores gutgeheißen und schon am 20. September 1951 dem Männerchor die vollzogenen Gründung bekannt gegeben. Der gemischte Chor begann am 10. Oktober 1951 seinen Übungsbetrieb in der Aula der Landwirtschaftsschule. Unter der Leitung des Lehrers Wagner hatten sich 26 Frauen und 6 Männer zusammengefunden. Der gemischte Chor entwickelte sich gut und hatte nach gut einem Jahr am 31. Dezember 1952 schon 61 Mitglieder, davon 45 Frauen und 16 Männer, während der Männerchor aus 41 aktiven Sängern bestand.

1952 Der langjährige Vorsitzende und Ehrenmitglied Hans Stange wurde am 31. Januar 1952 in Anbetracht seiner Verdienste um die Wiederbelebung des Männergesangvereins von 1843 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1953 Auf der Generalversammlung am 12. Februar 1953 wird die neue Satzung genehmigt. Da der genaue Gründungstag im Jahre 1843 nicht feststand, hatte man früher das Gründungsdatum auf den 15. Februar 1943 festgelegt. Man war der Meinung, Beweise zu haben, dass die Gründung im ersten Vierteljahr 1843 erfolgt sei. Jetzt wurde aus unerklärlichen Gründen plötzlich das Gründungsdatum auf den 15. November 1843 festgelegt. So wurde auch das endgültige Gründungsdatum des gemischten Chores aus unerklärlichen Gründen auf den 1. Februar 1952 festgelegt, obwohl der gemischte Chor nachweislich schon am 10. Oktober 1951 geübt hat.

Als Entschädigung für die Abhaltung der Übungsabende des gemischten Chores im Kirchspielhaus sollen dem Wirt pro Abend für Heizung und Licht DM 3,00 gezahlt werden.

Weil das Singen am Pfingstsonntag sich mit dem Gottesdienst überschnitt, hatte Pastor Krohn um eine Verlegung des Singens gebeten. Daraufhin wurde der Beginn des Pfingstsingens auf 7.30 Uhr vorverlegt.

Dem Russlandheimkehrer Karl Mumme wurde am 8. Oktober 1953, über 8 Jahre nach Kriegsende, bei seiner Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft auf dem Bahnhof ein feierlicher Empfang bereitet.

Ein Schubert-Abend wurde zum 125. Todestag des Komponisten veranstaltet.

1954 Auf der Jahreshauptversammlung musste bisher immer der gesamte Vorstand zurücktreten und neu gewählt werden. Im Interesse einer kontinuierlichen Vorstandsarbeit wird eine bessere Regelung der Vorstandswahlen gefordert. Bis aber eine neue Satzung mit einer dreijährigen Wahlperiode beschlossen wird, vergehen noch 3 Jahre.

Der Museumsverein unter dem Museumsleiter Lehrer Burmester veranstaltet gemeinsam mit dem Männergesangverein von 1843 am 7. Mai 1954 einen Klaus-Groth-Abend mit plattdeutschen Gedichten und Liedern.

Am 27. August 1954 erklärt ein langjähriger Sänger und Vorstandsmitglied seinen Auftritt als aktiver Sänger und schreibt u. a. auch folgendes:

„Es erscheint mir daher falschem Ehrgeiz zu entspringen, wenn seit einiger Zeit mehr und mehr verstärkt von der höheren Sängerführung höhere künstlerische Leistungen von den Chören gefordert werden und erklärt damit, hiermit stehe und falle die Sängerbewegung überhaupt. Sollte man nicht die Kunst dem Künstler überlassen und uns Träger und Künder des Volksgutes „Deutsches Volkslied“ sein lassen?“

1955 Der Männergesangverein beantragt beim Finanzamt Rendsburg die Anerkennung als gemeinnütziger Verein und wird am 19. August 1955 anerkannt.

1956 wird vom Verein ein Klavier angeschafft und in der Aula der Landwirtschaftsschule aufgestellt, wo der gemischte Chor fortan übt.

1957 Große Empörung herrscht unter den Sängern, als die Gemeinde im Park die Steingrotte, die der Gesangverein früher einmal angelegt hatte, entfernen lässt. In einem Schriftwechsel mit der Gemeinde wird Schadenersatz gefordert, allerdings ohne Erfolg.

Für die Beschaffung einer neuen Fahne wird ein Fonds angelegt, in dem die Sänger 0,10 DM pro Monat einzahlen.

Der 25. Mai 1957 ist ein historischer Tag für den Hohenwestedter Gesangverein. Aus den Händen des Bundespräsidenten, Prof. Heuss, konnte eine Abordnung des Hohenwestedter Gesangvereins von 1843 die Zelterplakette entgegennehmen. Diese Plakette wird Gesangvereinen für mindestens 100 Jahre kultureller Arbeit verliehen.

Der Gesangverein hat schon Zeit seines Bestehens mit Höhen und Tiefen fertig werden müssen. So wird im Jahresbericht für 1957 über Kulturverflachung und Veranstaltungsmüdigkeit geklagt. Ein Jahr später heißt es im Jahresbericht:

„Wir müssten mehr auftreten, die Verbindung zur Bevölkerung fehlt, es mangelt an persönlicher Werbung, zu andern Chören müsste mehr Verbindung aufgenommen werden.“

So wird auch der Vorschlag, die beiden Chöre zusammenzulegen am 10. Februar 1962 mit großer Mehrheit abgelehnt. Diese Probleme erscheinen auch aus heutiger Sicht gar nicht so fremd.

1962 Auf dem Sonderkonto ist 1962 genug Geld angespart und die Beschaffung einer neuen Fahne kann ernsthaft in Angriff genommen werden. Durch einen kleinen Ausschuss wurde die neue Fahne für den Verein entworfen, von Herrn Kapischke, Hohenwestedt, gestaltet und von der Bonner Fahnenfabrik hergestellt. In ihr ist die Doppeleiche der bildliche Mittelpunkt, und zwar in dreifacher Bedeutung: Sie knüpft an die Ereignisse der Gründerjahre an (Teures Land der Doppeleiche), sie weist auf das Hohenwestedter Ehrenmal hin und sie ist Sinnbild dafür, dass zwei Chöre einer Wurzel entsprossen sind und wieder zusammenwachsen. Geweiht wurde sie am 23. Juni 1963 im Rahmen des Sängerfestes zum 120jährigen Jubiläums des Hohenwestedter Gesangvereins von 1843. Zu diesem Fest hatte Mittelschullehrer Schönheim eine Vereinsgeschichte verfasst, die in 800 Exemplaren gedruckt wurde.

In seinem Bericht führt der Chorleiter Mohr aus, man könne mit beiden Chören auch anspruchsvolle Lieder einüben: „Auf jeden Fall müssen Überforderungen vermieden werden, dazu gehört auch die ständige Wiederholung eines Übungssatzes. Mit gekonnten Liedern beginnen und schließen, dazwischen neue Lieder erarbeiten und dabei zuweilen bis an die Grenze des Erreichbaren vorstoßen, kennzeichnet den Verlauf der Übungsabende.“

1967 Nachdem im Jahre 1967 ein Chor aus Odense in Dänemark hier zu Besuch war, wurde im folgenden Jahr ein Gegenbesuch in Odense gemacht.

1973 Die Gründung eines Kinder- und Jugendchores durch den Chorleiter Sepp Esch war ein Erfolg. Bis zu 60 Kinder und Jugendliche sangen mit Begeisterung im Chor. Schon im Mai 1974 wirkte er als Studiochor bei der Chorleiterausbildung in Plön mit. Ferner nahm der Kinder- und Jugendchor 1976 am Chorfest in Berlin teil, sang 1977 auf dem Sängertag des Schleswig-Holsteinischen Sängerbundes im Kieler Schloss und war 1979 in Westerland auf Sylt. Aber schon 1979 treten die ersten Probleme auf. Der Chor schmilzt zusehends und es kommen an manchen Tagen nicht einmal 15 Kinder mehr zum Singen.

Nach einigen verzweifelten Versuchen zur Rettung des Chores entschließt sich der Vorstand am 23. Oktober 1981 schweren Herzens, den Kinder- und Jugendchor zum Jahresende aufzulösen und bei SSH abzumelden.

1978 Der Männerchor war vom 4. – 7.Mai 1978 unter der Leitung von Frau Ingrid Miske in Berlin.

1982 Der gemischte Chor fühlte sich seit einigen Jahren ungerecht behandelt und im Vorstand unterrepräsentiert. Deshalb brachte er zur Jahreshauptversammlung 1982 den Antrag ein, die Satzung und den Namen des Vereins zu ändern. Nach einigen Vorarbeiten wird auf der Jahreshauptversammlung am 24. Februar 1984 eine Kommission zur Ausarbeitung der neuen Satzung gegründet.

1984 Auf der außerordentlichen Generalversammlung am 19. September 1984 entwickelt sich ein heftiger Streit um dem Namen des Vereins. Einige alte Mitglieder des Männerchores bestehen auf die Beibehaltung des Namens „Männergesangverein Hohenwestedt“, während der gemischte Chor den alten Namen „Hohenwestedter Gesangverein“, der vor 1948 galt, haben möchte. Eine Kampfabstimmung für die neue Satzung mit dem neuen „alten“ Namen ergab 36 ja, 12 nein, 1 Erhaltung. Jetzt entspann sich ein neuer Streit über die ¾-Mehrheit. Ein zweiter Wahlgang ergab 36 ja, 8 nein und 5 Enthaltungen, Nach einer Vertagung und der Einholung einer Rechtsauskunft, nach der Enthaltungen nicht zu zählen sind, konnte am 25. Oktober 1984 die neue Satzung in Kraft treten.

Der Antrag auf Feststellung der Gemeinnützigkeit wurde beim Finanzamt Rendsburg gestellt und nach Erfüllung einiger Auflagen auch anerkannt.

Die Bitte, die alte Fahne im Museum aufzunehmen, wurde von der Gemeinde abgelehnt. Weil die alte Fahne, deren älteste Teile aus dem Jahre 1843 stammen, immer mehr verfiel, legt ein ungenannter Spender den Grundstock für einen Restaurierungsfonds auf einer großzügigen Spende.

1990 Da beide Chöre an Nachwuchsmangel leiden, erheben einige Mitglieder des gemischten Chores 1990 die Forderung, beide Chöre zusammenzulegen. Im nächsten Jahr wird diese Forderung auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung erhoben. Der Männerchor möchte aber unbedingt auf der 150-Jahr-Feier 1993 noch als Chor auftreten.

1992 Der Spendenaufruf des Vorstandes zur Rettung der Gründerfahne erbringt soviel Geld, dass die Restauration in Auftrag gegeben werden kann. Auch hat Museumsleiter Dr. Junge zugesagt, die restaurierte Fahne im Museum aufzunehmen. So kann die Fahne zum 150jährigen Jubiläum auf dem Festkommers und anschließend im Heimatmuseum auf der Sonderschau „150 Jahre Hohenwestedter Gesangverein“ voll Stolz gezeigt werden.

1993 Nach dem Jubiläum, das als Sängerfest an der Westbahn gefeiert wurde, besteht der Männerchor, allen Unkenrufen zum Trotz, weiter und der gemischte Chor hat einen guten Mitgliederzuwachs.

1994 Zum Jahresbeginn stellte Frau Hanna Necker ihre Chorleitertätigkeit ein. Sie sah keine Perspektive mehr für den Männerchor, aber die Sänger fanden in Harald Ewendt einen Ersatz. So wurde der Übungsbetrieb vorerst aufrechterhalten.

Die Gemeinde Hohenwestedt hatte 1993 einen Partnerschaftsvertrag mit der Stadt Müncheberg in Brandenburg geschlossen und die Vereine zur Ausfüllung dieses Vertrages aufgefordert. Der Gesangverein war einer der ersten, der sich um einen Ansprechpartner bemühte und diesen in dem dortigen gemischten Chor fand. Zur Verabredung eines Treffens beider Chöre waren Vertreter des Vorstandes im Frühling 1994 in Müncheberg. Der gesamte Chor war im Oktober ein ganzes Wochenende in Müncheberg.

1995 Auf dem Sängerfest in Lütjenwestedt trat der Männerchor zum letzten Mal auf. Das Pfingstsingen musste der gemischte Chor schon alleine bestreiten. Der Männerchor setzte aber seine regelmäßigen Übungsabende fort, allerdings mit immer schlechter werdender Beteiligung.

Anfang Mai war der Müncheberger Chor zu einem Gegenbesuch hier. Der Chor war auf dem Reiterhof Falkenberg untergebracht und war begeistert.

1996 Der gemischte Chor war wieder zu einem Freundschaftsbesuch über ein Wochenende in Müncheberg. Als besondere Attraktion hatten die Müncheberger eine Fahrt in den Spreewald organisiert.

1997 Zum Stadtfest und einer Chornacht hatte die Müncheberger Stadtverwaltung den gemischten Chor Hohenwestedt eingeladen. Ein erhebendes Erlebnis war das Konzert der beiden Chöre in der restaurierten Müncheberger Kirche.

Der Männerchor stellt schweren Herzens den Übungsbetrieb ganz ein.

Das letzte Oktoberwochenende war einem chorinternen Seminar in der Jugendherberge in Westensee vorbehalten.

Hier enden zunächst die Aufzeichnungen.  Die Chronik wird demnächst fortgesetzt.